Tarifabschluss 2020 in der Metall-& Elektroindustrie

Frankfurt am Main. – Die IG Metall Mitte und die Arbeitgeberverbände der Mittelgruppe einigen sich auf die Übernahme des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen. Damit gelten für rund 400.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland Erleichterungen bei der Kinderbetreuung und Kurzarbeit.

„Die Corona-Krise und deren Auswirkungen werden uns noch eine lange Zeit fordern. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir jetzt einen tariflichen Rahmen haben, der die Auswirkungen für die Beschäftigten zumindest abmildert und Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld vorsieht“, so Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, am heutigen Donnerstag.

Es wird zur Verminderung sozialer Härten, insbesondere bei Kurzarbeit, in jedem Betrieb ein Solidartopf eingerichtet. Der Betrag, der in diesen Topf eingezahlt wird, errechnet sich aus der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb, multipliziert mit 350 Euro. Die konkreten Auszahlungsmodalitäten sollen in den Betrieben zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern im Wege einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Nicht verwendete Mittel des Solidartopfes werden an die zum Stichtag 1. Dezember 2020 im Betrieb Beschäftigten zu gleichen Teilen ausgezahlt.

Finanzielle Einbußen bei Kurzarbeit können durch eine anteilige Auszahlung der jährlichen Sonderzahlung und des zusätzlichen Urlaubsgeldes reduziert werden.

Bei Schließung von Kindertagesstätten und Schulen können Eltern mit Kindern bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres zusätzliche freie Tage für die Kinderbetreuung nehmen.

Die Tarifverträge treten ab sofort in Kraft und können zum 31.12.2020 gekündigt werden.

Zeitplan Tarifrunde 2020

Resolution der Tarifkommissionen der Mittelgruppe und Thüringen zur Tarifrunde 2020

Herausforderungen der Metall- und Elektroindustrie

Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Veränderungen. Die Anforderungen der

Transformation mit neuen Schlüsseltechnologien, Wertschöpfungsketten, Produkten

und Geschäftsmodellen führen dazu, dass sich die Unternehmen und Betriebe ganz

wesentlich verändern. Wir wollen, dass diese Veränderungen gemeinsam mit den

Beschäftigten gestaltet werden. Gleichzeitig brauchen die Unternehmen die

Innovationskraft der Beschäftigten und deren Veränderungsbereitschaft, um weiterhin

im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Die Menschen in den Betrieben wollen Sicherheit im Wandel und dies gelingt nur mit

ihrer Einbindung und Beteiligung. Nach 30 Jahren der Wiedervereinigung ist auch eine

Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Ostdeutschland an den Westen

überfällig.

Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie 2020 muss auf diese Herausforderungen

und Anliegen der Beschäftigten eine Antwort geben. Daher hat die IG Metall am 24.

Januar 2020 den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie ein „Moratorium für einen

fairen Wandel“ vorgeschlagen. Dies beinhaltet unsere Bereitschaft, beschleunigt zu

einem Tarifergebnis zu kommen und verlangt von den Arbeitgebern, sich bereit zu

erklären, während der Verhandlungsphase keine einseitigen Maßnahmen zu Lasten der

Beschäftigten vorzunehmen.

Verhandlungsziele Tarifrunde 2020

Die Tarifkommissionen im Bezirk Mitte sprechen sich, vor dem Hintergrund dieser

Herausforderungen und der ökonomischen Rahmenbedingungen, für eine Erhöhung der

Entgelte und Ausbildungsvergütungen zur Sicherung der Realeinkommen und zur

Stärkung der Kaufkraft aus.

Wir beauftragen die Verhandlungskommissionen, darüber hinaus Ergebnisse für die

nachfolgenden Verhandlungsziele mit den Arbeitgeberverbänden der Mittelgruppe und

Thüringens zu erreichen:

  • Vereinbarung eines Pakets für betriebliche Zukunftstarifverträge:

o Einlassungspflicht für Unternehmen, bzw. Betriebe, auf betriebliche

Tarifverhandlungen zu Investitionen, Qualifizierung, Standort- und Beschäftigungssicherung auf Verlangen der IG Metall

o Vereinbarung eines Zukunftspaketes für jeden Standort

Bei Unterauslastung soll vorrangig eine Reduzierung des Arbeitsvolumens ohne Entgeltabsenkung erfolgen.

  • Alle Beschäftigten sollen Anspruch auf eine geförderte, berufliche Qualifizierung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes und der tariflichen Regelungen zur Qualifizierung erhalten.
  • Erhöhung der Quoten für Altersteilzeit und andere Modelle des fließenden Übergangs entsprechend der demografischen Entwicklung.
  • Vereinbarung von tariflichen Regelungen zur Verbesserung der Ausbildung und für dual Studierende
  • Ein Nachhaltigkeits-Bonus für IG Metall Mitglieder als tarifdynamischer Festbetrag.
  • Anpassung der Regeln zur Entgeltumwandlung und die Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung.
  • Für Thüringen Angleichung der Arbeitszeiten mit dem Ziel der 35-Stunden-Woche.

 

Sollten bis Anfang April keine belastbaren Ergebnisse erzielt werden, werden die

Tarifkommissionen zu den Themen

Entgelt und Ausbildungsvergütungen sowie tarifliches Angleichungsgeld (TAG) für das Tarifgebiet Thüringen entsprechende Forderungen beschließen. Die Tarifkommissionen sprechen sich für ein

Gesamtverteilungsvolumen von 4 – 5% bei einer Laufzeit von 12 Monaten aus. Darüber

hinaus werden wir weiterhin Lösungen zu den oben genannten Zielen anstreben.

Die Tarifkommission der Mittelgruppe unterstützt ausdrücklich das Vorhaben unserer

Kolleginnen und Kollegen in Thüringen und den anderen ostdeutschen Tarifgebieten,

die tariflichen Arbeitsbedingungen der Metall- und Elektroindustrie West anzugleichen.

Es gilt jetzt, die Beschäftigten in den Betrieben über die Ziele und Inhalte der Tarifrunde

zu informieren, sie für unsere Ziele zu begeistern, für Aktionen zu gewinnen und zu

aktivieren.

 

Frankenthal, den 20. Februar 2020

Meldungen: Tarif

32-Stunden-Warnstreik bei Mahle

  • 01.02.2018
  • Aktuelles, Tarif

Die Kolleginnen und Kollegen bei Mahle in Wölfersheim wurden von der IG Metall in der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie nach den gescheiterten Vehandlungen vom vergangenen Wochenende zu einem 32-Stunden-Warnstreik aufgerufen. Zuvor hatte die Mitglieder bei Mahle in einer Abstimmung für den Warnstreik gestimmt.

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Nächste Stufe wird gezündet

Verhandlungen in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gescheitert

  • 29.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

Fast 140.000 Kolleginnen und Kollegen haben im Bezirk Mitte für unsere Tarifforderungen an Warnstreiks teilgenommen – vielen Dank für euer Engagement! Aber das reicht den Arbeitgebern noch nicht. Deshalb starten wir in die ganztägigen Warnstreiks. Nähere Infos unter "mehr".

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Über 400 Kolleginnen und Kollegen dabei

Zentrale Demonstration und Kundgebung in Gießen

  • 24.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

Über 400 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich an der zentralen Aktion in Gießen. Unter anderem waren Kolleginnen und Kollegen von Abicor Binzel, Bosch TT, Robert Bosch Lollar Guss GmbH, Mahle, Weiss Umwelttechnik, Schunk in Heuchelheim und Wettenberg, Tucker, Dexion oder der Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen und der DIDF-Jugend aus Marburg dabei. Ein starkes Zeichen, das gesetzt wurde! Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen, die durch ihre Teilnahme und Mithilfe zu der sehr gelungenen Aktion beigetragen haben. Jetzt muss doch endlich von den Arbeitgebern ein vernünftiges Angebot kommen, über das man mal sprechen kann!

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Petrus war heute ein Metaller

Zweiter Aufschlag bei Fritz Winter und Federal Mogul

  • 24.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

bereits zum zweiten Mal haben die Kolleginnen und Kollegen von Fritz Winter und Federal Mogul eine Demonstration und Kundgebung durch Stadtallendorf gemacht. Das Thema war klar: 6 % mehr Entgelt und flexiblere Arbeitszeiten für die Kolleginnen und Kollegen. Sogar Petrus meinte es dieses Mal gut und verzichtete auf Schneeregen und Hagel. Weiter so!

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Aktion bei Asco in Gedern

  • 23.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

Auch bei Asco in Gedern haben die Kolleginnen und Kollegen eine gute Aktion hingelegt und ihren Standpunkt klar gemacht. So kanns weiter gehen!

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