29.01.2026 | Mit großer Bestürzung müssen wir uns von René Müller verabschieden, der uns viel zu früh im Alter von nur 42 Jahren verlassen hat. Sein Tod kam unerwartet und hinterlässt eine tiefe Lücke – menschlich wie in seinem Wirken.
René trat bereits vor 25 Jahren als Auszubildender in die IG Metall ein und fand hier schnell ein zweites Zuhause. Als Jugend- und Auszubildendenvertreter, im OJA, in der Leitung des Bezirksjugendausschusses und später als engagierter Teamer prägte er unsere Arbeit nachhaltig. Besonders die Begleitung, Weiterbildung und Unterstützung von Auszubildenden und jungen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb waren ihm bis zuletzt ein echtes Herzensanliegen. Er teamte nicht nur Seminare für die IG Metall Mittelhessen, sondern wirkte mit großer Leidenschaft und Kompetenz auch im gesamten Bezirk sowie für die Betriebsräteakademie.
In der IG Metall Mittelhessen übernahm René zudem zahlreiche zentrale Ehrenämter: Er war Mitglied der Delegiertenversammlung, engagierte sich im Ortsvorstand und trug Verantwortung als Revisor.
Ein wichtiges Kapitel in Renés Verbindung zur IG Metall war seine sechswöchige Mitarbeit in unserer Geschäftsstelle – ein Pilotprojekt, bei dem er als erster betrieblicher Kollege Einblicke „hinter die Kulissen“ erhielt. Diese Zeit bedeutete ihm außerordentlich viel: Er konnte seine Perspektive erweitern, Abläufe kennenlernen und die Arbeit „seiner“ IG Metall aus einem neuen Blickwinkel erleben. Zugleich war er uns in dieser Zeit eine große Unterstützung – engagiert, neugierig und zuverlässig. Diese Wochen haben seine Verbundenheit zur IG Metall noch weiter gestärkt und bleiben uns wertvoll in Erinnerung.
Prägend für Renés gewerkschaftliches Wirken war seine Rolle als Betriebsrat bei Fritz Winter, wo er über viele Jahre eine klare, verlässliche und durchsetzungsstarke Stimme für die Kolleginnen und Kollegen war. Innerbetrieblich war er für viele Beschäftigte das Gesicht der IG Metall – eine vertrauensvolle und starke Anlaufstelle, die für Solidarität und Gerechtigkeit stand. Er scheute nicht davor zurück, auch gegen Widerstände für gute Lösungen und faire Bedingungen zu kämpfen – und tat dies stets mit Haltung, Mut und dem festen Blick auf das Wohl der Beschäftigten. Für uns als IG Metall war er einer der wichtigsten Ansprechpartner im Betrieb.
Auch außerhalb der betrieblichen und gewerkschaftlichen Ämter setzte sich René für Gerechtigkeit ein: Er war ehrenamtlicher Richter – zunächst am Arbeitsgericht Gießen, später am Landesarbeitsgericht – und damit auch juristisch ein engagierter Streiter für gute Arbeit und faire Bedingungen.
René war nicht nur ein herausragender Gewerkschafter, sondern auch ein Mensch mit einem großen Herzen und vielfältigen Interessen. Er liebte Technik, genoss Ausflüge mit seinem E-Bike und verbrachte gerne Zeit damit, Drohnen über Felder und Wälder zu steuern.
Sein Leben war geprägt von Authentizität, klarer Haltung und einer tiefen Überzeugung, für Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz einzutreten. Er scheute sich nie, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, und engagierte sich politisch gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit.
Der Verlust von René ist ein schmerzlicher Einschnitt für uns alle. Sein Wirken, sein Humor, seine Gradlinigkeit, seine schillernde Persönlichkeit und seine Menschlichkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben.
Das gesamte Team der IG Metall Mittelhessen trauert um einen Freund und Kollegen, der eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit war.