Pressemitteilung

110 Jahre internationaler Frauentag

  • 08.03.2021
  • Aktuelles

Vor 110 Jahren wurde zum ersten Mal der internationale Frauentag gefeiert. Allerdings gibt es immer noch viel zu tun! Was erreicht wurde und was es noch zu ändern gilt erklären drei Kolleginnen des Ortsfrauenausschusses...

Die Corona-Krise trifft Frauen besonders hart. Darauf weist der Ortsfrauenausschuss der IG Metall Mittelhessen anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. „Die Pandemie verschärft die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Frauen übernehmen den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit, wie unsere Beschäftigtenbefragung gezeigt hat. In vielen Fällen haben nur Kurzarbeit und Homeoffice Frauen davor bewahrt, ihre Arbeitszeit noch weiter reduzieren zu müssen“, sagt Tamara Göpper, Betriebsrätin bei Mahle in Wölfersheim.

Jetzt gelte es zu verhindern, dass die Krise zu einem Rückschritt der gleichstellungspolitischen Errungenschaften der vergangenen Jahre führt. „Es ist uns sehr wichtig, dass es während der pandemiebedingten Schließzeiten von Kitas und Schulen einen Lohnersatz gibt. Das erweiterte Kinderkrankengeld kann hierzu beitragen. Erfolgreich waren wir als IG Metall darin, dass das Kurzarbeitergeld nicht die Ansprüche auf Elterngeld minimiert. Jetzt braucht es aber Regelungen, die für den gesamten Zeitraum der Pandemie tragen, um Eltern so viel Planungssicherheit zu geben wie möglich“, betonte die Betriebsrätin der Robert Bosch Lollar Guss GmbH, Regina Hornung.

Generell sollten künftig alle politischen Planungen, Vorhaben und Finanzentscheidungen daraufhin geprüft werden, ob sie die Gleichstellung von Männern und Frauen vorantreiben. Kim Sommer, Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei Leica Camera in Wetzlar, führt aus: „Unsere Ziele sind: gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit, mehr Frauen in Führungspositionen und eine partnerschaftliche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit.“

„Ganz klar, mit Tarifverträgen kommen Frauen besser durch die Krise. Sie verdienen mehr Geld und sind nicht der Willkür der Arbeitgeber ausgeliefert!“ so die Gewerkschafterin. „Der diesjährige internationale Frauentag liegt in der heißen Phase unserer Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie. Alle Beschäftigten und insbesondere die Frauen geben in der Krise ihr Bestes. Eine finanzielle Anerkennung ihrer Leistungen gibt es bislang nicht. Dafür kämpfen wir.“ In der jetzigen Tarifrunde geht es um ein Zukunftspaket für die 3,8 Millionen Beschäftigten und die Betriebe. Durch die vorgeschlagene 4-Tage - Woche werde Vereinbarkeit gefördert und zugleich garantiert, dass alle Beschäftigten an Bord gehalten könnten.

„Ein großer Dank gilt den Betriebsrät*innen, die gerade in der Krise eine tragende Säule für alle Beschäftigten sind. Jetzt gilt es, ihre Rechte zu stärken und die gesetzlichen Regelungen für die Gründung von Betriebsräten in mitbestimmungslosen Betrieben zu verbessern, um auf Augenhöhe im Sinne der Beschäftigten zu verhandeln. So überlässt man das Thema Gleichstellung auch nicht nur allein der Arbeitgeberseite.“, sagt Sascha Gerlach, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Mittelhessen.